Angstkonfrontation

Was ist Angstkonfrontation?

Als Verhaltenstherapeut setze ich mich nicht nur im Gespräch mit den phobischen Ängsten der davon betroffenen Menschen auseinander. Ich gehe mit meinen Patienten auch in die Situation, die ihnen Angst bereitet.

Nach einer intensiven Vorbereitung führe ich eine sogenannte Angstkonfrontation durch.

In der Exposition konfrontiert der Patient sich unter Anleitung des Psychotherapeuten mit den für ihn spezifischen angstauslösenden Reizen. Gemeinsam mit dem Patienten wird bei der Vorbereitung der Konfrontation im Rahmen der Psychoedukation ein Erklärungsmodell für die jeweiligen Beschwerden erarbeitet. Aus dem Modell wird mittels ernpsychologischer Prinzipien das Konfrontationsrational abgeleitet: Dieses besagt, dass die Angststärke nicht, wie seitens des Patienten erwartet, ins Unendliche steigen kann, sondern durch Gewöhnung mit der Zeit zwangsläufig ein Plateau erreicht und letztlich absinkt, auch wenn man den gefürchteten Reiz nicht vermeidet, sondern „in der Situation bleibt“. Somit kann durch die reale Erfahrung der Konfrontation die Angst „verlernt“ werden.

Ausgehend von dem Erklärungsmodell wird die tatsächliche Konfrontation mit den gefürchteten Situationen therapeutisch vorbereitet. Dazu gehört die Klärung und Steigerung der Wichtigkeit eines Erfolgs für den Patienten, die Erhöhung seiner Erwartung, die Exposition bewältigen zu können und schließlich die Auswahl der Situationen und der konkreten Vorgehensweise. Eine im Sinne des „Verlernens der Angst“ erfolgreiche Konfrontation ist also ein komplexer psychologischer Prozess und keinesfalls damit gleichzusetzen, dass der Patient sich „einfach nur seiner Angst stellen muss“. Die ersten Expositionsübungen finden typischerweise in Begleitung des Therapeuten statt. Mit zunehmender Sicherheit auf Seiten des Patienten führt dieser die Übungen im Weiteren selbstständig ohne Begleitung des Therapeuten fort.

Der Patient macht dabei die Erfahrung, viel belastbarer zu sein, als er sich das ursprünglich zugetraut hat. Er nimmt bei sich Gewöhnungseffekte wahr.

Wissenschaftliche Studien zeigen – der Körper beruhigt sich, wenn der Geist über einen längeren Zeitraum die Erfahrung macht, dass ihm in der Belastungssituation überhaupt nichts von dem passiert, was ihm seine Angst einreden möchte.

Vielmehr wird eine große Erleichterung wahrgenommen.

Plötzlich tun sich dem ängstlichen Menschen wieder Möglichkeiten auf, die er sich oft seit Jahren nicht mehr zugetraut hat.

Oft behandle ich Patienten, die nach einem schweren Verkehrsunfall große Ängste entwickelt haben und sich davor fürchten, etwas ähnlich Belastendes wieder erleben zu müssen. Als Folge davon ziehen sich Betroffene immer weiter vom Leben zurück.

Durch die in einzelnen Schritten durchgeführte Angstkonfrontation finden sie zu ihrer alten Kraft und Sicherheit zurück.

Viele experimentelle Studien belegen, dass die Verhaltenstherapie die momentan effizienteste Therapieform zur Behandlung von Angsterkrankungen ist.

Mitgliedschaften

Ich bin Mitglied unter anderem bei den folgenden Instutionen:



Die Psychotherapeutenkammer NRW ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts sowie die Selbstverwaltung aller Psychologischen Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten und Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutinnen und -psychotherapeuten in Nordrhein-Westfalen.

Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein


Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) Nordrhein ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Mit ihren rund 19.500 Mitgliedern stellt sie die ambulante medizinische und psychotherapeutische Versorgung von rund 9,5 Millionen Einwohnern in Nordrhein sicher.


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